Fachbereich 6 — Informatik und Medien
FB VI
Informatik und Medien (Archivbetrieb auf fb6-alt.beuth-hochschule.de)

Geschichte des Fachbereichs

Geschichte des Fachbereichs

Informatik und Neue Medien

Prof. Dr. Werner Brecht

Informatik ist eine eigenständige Ingenieurdisziplin. Daneben ist eine Informatikgrundausbildung seit vielen Jahren integraler Bestandteil der Ingenieurausbildung in allen Fachrichtungen. Als die Technische Fachhochschule Anfang der siebziger Jahre gegründet wurde, lag die Verantwortung für die Informatikausbildung ausschließlich bei den beiden Fachbereichen Elektronik und Informatik und Mathematik/Physik und war im wesentlichen auf deren Studiengänge konzentriert. Unterstützt wurden diese ersten Informatikaktivitäten durch ein Rechenzentrum, das als gemeinsames Labor der beiden Fachbereiche betrieben wurde.

Zur damaligen Zeit wurden weltweit die bis dahin vorherrschenden Großrechner durch sogenannte Minicomputer ergänzt und zum Teil ersetzt. Vorreiter waren die Hochschulen, die mit diesen verglichen mit Großrechnern recht preiswerten Minicomputern erstmals in größerem Umfang Computertechnik in die Forschung und Lehre integrieren konnten. Die Technische Fachhochschule hielt mit dieser Entwicklung Schritt. Mitte der siebziger Jahre wurde im Rechenzentrum ein Minicomputer des damals in dieser Technik führenden Herstellers angeschafft und nach und nach mit den gerade aufkommenden Datensichtgeräten versehen. Daneben konnte über eine Standleitung mit einem Großrechner eines externen Rechenzentrums gearbeitet werden.

Ende der siebziger und Anfang der achziger Jahre wurden die ersten grafikfähigen Datensichtgeräte eingeführt. Mit ihnen war die Darstellung und Manipulation grafischer Informationen mit Hilfe eines Computers möglich. Den Ingenieurdisziplinen standen erstmals Werkzeuge zur Verfügung, mit denen computerunterstützt entworfen, konstruiert und dargestellt werden konnte. Die Automatisierung von Produktionsprozessen wurde unterstützt. Damit rückten an der Technischen Fachhochschule Berlin die Informatik und das Rechenzentrum in das Blickfeld von Studienrichtungen wie Architektur, Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik, Kartographie, Maschinenbau und Feinwerk- und Gerätetechnik.

Mitte der achziger Jahre gesellten sich Mikrocomputer zu den Großrechnern und Minicomputern. Sie heißen je nach Leistungsfähigkeit Home-Computer, Personal-Computer oder Workstation. Oft werden die letzten beiden als Arbeitsplatzrechner bezeichnet. In der Nachrichtentechnik wurden Verfahren und Produkte entwickelt, mit deren Hilfe Computer auch über große Entfernungen miteinander vernetzt werden können. Mikrocomputer- und Computernetzwerktechnik sind bis heute nicht abgeschlossen. Der bereits bei den Minicomputern beobachtete Preisverfall setzte sich bei den Mikrocomputern in extremer Weise fort, was zu einer explosionsartigen Ausbreitung der Computertechnik führte. Gerade für einen Einsatz in der Lehre waren Arbeitsplatzrechner von Anfang an sehr attraktiv und sind es noch immer.

Die Entwicklung der Computertechnik führte Mitte der achziger Jahre an der Technischen Fachhochschule Berlin zu einer Reihe von Veränderungen. So entstand eine Kerninformatik mit den Studiengängen Technische Informatik und Allgemeine Informatik. Beide wurden in einem Fachbereich Informatik angesiedelt, der aus dem bisherigen Fachbereich Elektronik und Informatik hervorging. Daneben wurde Informatikbasiswissen in das Grundstudium nahezu aller Studiengänge integriert. Im Hauptstudium vieler Ingenieurstudiengänge bildeten sich anspruchsvolle und umfangreiche spezielle Informatikanteile heraus. Auch außerhalb der Lehre, d.h. in der allgemeinen Verwaltung, in der Studienverwaltung und in den Dekanaten, wurde ein großer Bedarf an Computerleistung verzeichnet.

Unterstützt durch Computer-Investitions- und Hochschulsonder-Programme des Bundes und der Länder, aber zum großen Teil auch durch eigene Finanzmittel, baute die Technische Fachhochschule Berlin zur Unterstützung der Lehre eine Vielzahl lokal vernetzter Rechnerpools zuerst im Rechenzentrum und dann in einzelnen Fachbereichen auf. Arbeitsplatzrechner wurden in Laboratorien, zum Teil in Arbeitszimmern der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, in der allgemeinen Verwaltung, in der Studienverwaltung und in den Dekanaten installiert. Die Technische Fachhochschule Berlin wurde global mit einem sogenannten Backbone-Netz ausgestattet. Alle Rechnerpools und alle Einzelgeräte erhielten die Möglichkeit, sich an dieses Netzwerk anzuschließen. Im Fachbereich Informatik wurden die bereits vorhandenen Laboratorien ausgebaut und ergänzt. In ihnen werden Informatikübungen und Praktika durchgeführt, sie unterstützen Studierende bei der Anfertigung von Diplomarbeiten und dienen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf nahezu allen Gebieten der Informatik.

Das Betreiben hochwertiger Arbeitsplatzrechner, Rechnerpools und lokaler Netzwerke erfordert Hilfestellungen durch EDV-Fachkräfte. Deshalb wurde das Rechenzentrum aus seinem Laborcharakter in eine Zentraleinrichtung Hochschulrechenzentrum überführt und steht seither allen Fachbereichen, der allgemeinen Verwaltung und den Dekanaten mit seinem Fachpersonal, seiner zentralen Rechen- und Datenhaltungsleistung, dem Backbone-Netz und einem Schulungs- und Beratungsangebot zur Verfügung. Für die Studienverwaltung wurde aus Gründen des Datenschutzes ein eigenständiger EDV-Bereich aufgebaut.

Auch im Lehrangebot der Technischen Fachhochschule Berlin spiegelt sich die Entwicklung der Computertechnik wider. Im Fachbereich Informatik sind zuerst die beiden grundständigen Studiengänge Technische Informatik und Allgemeine Informatik entstanden. Der Studiengang Technische Informatik wurde für die Bereiche Elektronik und Systemtechnik, der Studiengang Allgemeine Informatik für das Software-Engineering, das ingenieurmäßige Entwickeln und Anwenden von Softwaresystemen, konzipiert. Beide Studiengänge sind inzwischen mehrfach grundlegend überarbeitet worden. Unter anderem waren die zunehmende Integration von Teilsystemen durch neue Technologien, neue Methoden in der Softwareentwicklung, wachsende Qualitätsforderungen, die stärkere Betonung von Analyse und Entwurf und die verstärkte Einbeziehung des Anwenders zu berücksichtigen. Der Studiengang Technische Informatik gestattet derzeit in seinem Hauptstudium eine Schwerpunktbildung mit den Alternativen Automatisierungstechnik, Echtzeitsysteme und Digitaltechnik. Im Studiengang Allgemeine Informatik werden Kenntnisse über die Konzeption und Realisierung von Software und über ihren Einsatz vermittelt. Aufgabenstellungen kommen dabei zum einen aus der Systemprogrammierung und hier insbesondere aus dem Bereich der Rechnernetze und zum anderen aus der Anwendungsprogrammierung. Im Vordergrund steht jeweils die Softwareentwicklung und ihr Umfeld.

Im Laufe der Zeit wurde das Studienangebot des Fachbereichs Informatik durch zwei Ergänzungsstudiengänge und durch zwei europäische Studiengänge erweitert. Bereits 1986 wurde der Ergänzungsstudiengang Ingenieurinformatik eingerichtet. Er wird in Abendform durchgeführt und wendet sich an berufstätige Diplom-Ingenieure, die sich mit moderner Computertechnik vertraut machen möchten oder während ihres Studiums keine oder zu wenig Gelegenheit hatten, ausreichende Informatikkenntnisse zu erwerben. Neu ist der Ergänzungsstudiengang Medizinische Informatik, der im Sommersemester 1996 zum ersten Mal angeboten wurde und ebenfalls in Abendform durchgeführt wird. Mit ihm werden berufstätige MedizinerInnen und InformatikerInnen angesprochen, die ein modernes, interdisziplinäres Fachgebiet studieren können. Nach einem getrennten Studienbeginn, bei dem MedizinerInnen Grundkenntnisse der Informatik und InformatikerInnen solche der Medizin erwerben, werden beide Berufsgruppen zusammengelegt.

Die beiden Ergänzungsstudiengänge des Fachbereichs Informatik zeigen einen Bedarf an Studienangeboten im Bereich der beruflichen Weiterbildung. Gerade die Informatik mit ihrer rasanten und bislang ungebremsten Entwicklung läßt einmal erworbenes Fachwissen sehr schnell veralten. Genau so schnell veralten auch die zugehörigen Geräte der Computertechnik, so daß nur durch einen ständigen finanziellen Einsatz schrittgehalten werden kann. Ein Bedarf an einer ganz anderen Art von Studienangeboten ist durch das Zusammenwachsen der Länder Europas entstanden. Im Fachbereich Informatik der Technischen Fachhochschule Berlin werden in Zusammenarbeit mit der Université du Haute Alsace in Mulhouse und mit der University of Hertfordshire in der Nähe von London zwei gemeinsame Informatikstudiengänge durchgeführt. Die Studieninhalte gehören bei beiden Studiengängen in den Bereich der Allgemeinen Informatik. Das Grundstudium wird im jeweiligen Heimatland, das Hauptstudium an der Partnerhochschule absolviert. Das Studium schließt mit einer Doppeldiplomierung durch die beiden jeweils beteiligten Hochschulen ab.

Neben der Durchführung dieser insgesamt sechs Studiengänge hat der Fachbereich Informatik die fachliche Verantwortung für die Informatikgrundausbildung in allen anderen Fachbereichen und ist damit einer der größten Servicegeber der Technischen Fachhochschule Berlin. Die Entwicklung der Computertechnik hat nicht nur das Grundstudium sondern in vielen Studiengängen auch das Hauptstudium durchdrungen. Informatikspezialwissen im Hauptstudium von Studiengängen außerhalb des Fachbereichs Informatik liegt in der fachlichen Verantwortung des jeweiligen Fachbereichs. Damit ist in vielen Fachbereichen eine ganz hervorragende Informatikfachkompetenz entstanden.

Studiengänge wie zum Beispiel Mathematik oder Nachrichtentechnik haben von ihrer fachlichen Ausrichtung her einen starken Informatikbezug. Andere Studiengänge wie Kartographie oder Architektur setzen Computer gezielt zur Unterstützung der Ingenieurstätigkeit bei der Datenhaltung, der grafischen Datenaufbereitung und -ausgabe und bei Konstruktionsaufgaben ein. Gerade die Technik des computerunterstützten Entwerfens hat in vielen Fachbereichen zur Einbeziehung der Informatik und zur Einrichtung entsprechender Lehrveranstaltungen geführt. Unter anderem hat die Informatik im Fachbereich Maschinenbau inzwischen einen festen Platz. Die Informatikbezüge sind so umfangreich, daß ein eigener Studienschwerpunkt Maschinenbau-Informatik eingerichtet wurde. Der Rechnereinsatz erlaubt die Verbesserung der Produktqualität durch Gestaltung am Bildschirm, Vorausberechnung und Simulation. Das Bild CAD, CAE, CAM zeigt Stationen auf dem Weg vom Auftrag zum Produkt. Mit Lehrveranstaltungen wie Rechnerunterstütztes Konstruieren, Maschinendynamik und Finite-Elemente-Methoden wird dieses Wissen vertieft dargeboten. Die im Fachbereich vorhandene Hard- und Software der Produktionstechnik erlaubt es auch, den Studierenden den wichtigen Aspekt der gemeinsamen Nutzung von Daten und die Bedeutung von Schnittstellen näher zu bringen. Ein weiterer Studiengang im Fachbereich Maschinenbau, die Theater- und Veranstaltungstechnik, zeigt einen eher breit gefächerten Informatikbezug, der von der Konstruktion, über Hilfsmittel des Managements bis hin zur Visualisierung und Simulation des Bühnengeschehens reicht.

Als weiterer Fachbereich, der einen Studiengang mit einem hohem Informatikanteil durchführt, ist der Fachbereich Wirtschafts- und Gesellschaftwissenschaften zu nennen. Dort wird ein Studiengang Betriebswirtschaftlehre angeboten, der im Hauptstudium einen Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik aufweist. Es handelt sich um einen dualen Studiengang, der in enger Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt wird, und bei dem ein ständiger Wechsel von Theoriephasen in der Technischen Fachhochschule Berlin und Praxisphasen in der Industrie stattfindet. Er hat einen seit Ende der achziger Jahre erfolgreich betriebenen dualen Modellstudiengang Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik abgelöst.

Die vielfältigen und umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die an der TFH durchgeführt werden, erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit derzeit sechs An-Instituten. Einen hohen Informatikbezug haben das Institut für Umweltinformationssysteme und kartographische Anwendung von Fernerkundungsdaten GmbH (IFUS), die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. (GFaI), das Institut für Informatik in Entwurf und Fertigung zu Berlin GmbH (IIEF) und das Institut für prozeßadaptive und erfahrungsgeleitete Automatisierung GmbH (IpeA).

Die Durchdringung fast aller Ingenieurstudiengänge mit praktischen Informatikbezügen und die Möglichkeit der Computernutzung zu Hause, die durch den Preisverfall der Personal-Computer inzwischen fast selbstverständlich geworden ist, haben die Anforderungen an die Studierenden und deren Arbeitsverhalten verändert. Neben schriftlichen Ausarbeitungen werden inzwischen auch in zunehmendem Ausmaß Programmierarbeiten und computerunterstützte Konstruktionsaufgaben gefordert. Viele Studierende bearbeiten sie zu Hause auf dem eigenen Rechner und übertragen die Ergebnisse auf einer Diskette oder über eine Telefonleitung zu einem Rechner des Hochschulrechenzentrums und vermitteln sie gegebenenfalls von dort über das Backbone-Netz weiter.

Die Minituarisierung der Rechner, verbunden mit weiteren Leistungssteigerungen bei gleichzeitigem Preisverfall, ist bislang nicht zum Stillstand gekommen. Parallel dazu entstehen in der Datenübertragungstechnik breitbandige lokale und globale, zum Teil weltweit angelegte, Computernetze. Beide Entwicklungen zusammen erschließen der Computertechnik neue Anwendungen. Eine davon wird von der Öffentlichkeit unter dem Schlagwort Neue Medien wahrgenommen. Der Begriff ist unscharf. So gehören zu ihm sowohl Video-On-Demand am häuslichen Fernsehgerät als auch interaktive Lernsysteme und Software, die Texte, Töne, Bilder und Filme integriert. Der Begriff Neue Medien wird nicht durch die Vielfalt der zahlreich eingesetzten Medien geprägt, sondern durch die Möglichkeit zur Interaktion mit dem Benutzer und durch die erreichbare Medienintegration. Die CD-ROM ist ein anfaßbares Symbol dieser Technik. Sie speichert Texte, Töne, Bilder und Filme in digitaler Form als Dateien und ist der derzeit gängige Datenträger im Bereich der Neuen Medien. Das Internet, genauer gesagt sein Zugang über das World-Wide-Web, ist ein weiteres Beispiel für eine Medienintegration und realisiert ein neues (Online-) Medium. Das World-Wide-Web arbeitet mit einer Hypertext- bzw. einer Hypermediatechnik. Das ist eine inhaltliche Verzeigerung zwischen Texten oder allgemeiner zwischen multimedialen Dokumenten.

Eine typische Anwendung sind Lehr- und Lernprogramme, bei denen mit Hypermediasystemen multimediale Informationen so zusammengestellt und dargeboten werden, daß sie ganze ineinandergreifende und aufeinanderabgestimmte Lernverläufe zusammen mit einer Navigationshilfe für den Benutzer anbieten. Durch die Möglichkeit, abhängig von der eigenen Vorbildung und vom eigenen Lernverhalten, zwischen verschiedenen Medien zu wählen und den Lernweg individuell zu gestalten, wird ein Selbstlernen unterstützt. Weitere Anwendungen für Neue Medien liegen im Home-Shopping, in Konferenzsystemen und in der Telearbeit. Präsentationen virtueller Umgebungen, zum Beispiel im Bereich der Architektur und der Städteplanung, werden bereits exemplarisch eingesetzt. Die Film- und die Werbeindustrie sind natürliche Einsatzfelder dieser Entwicklung. Das Bild Animation zeigt drei Stufen bei der Modellierung einer virtuellen Umgebung.

Technische Grundlagen für die Neuen Medien sind auf der einen Seite Workstations mit Sound- und Videomöglichkeiten sowie einer Hochleistungsgrafik und auf der anderen Seite eine Breitbandvernetzung. Der günstigen Preisentwicklung bei den Computern stehen hohe Kosten bei der Vernetzung und der Netzbenutzung gegenüber. Das hat zur Folge, daß sich Anwendungen für Neue Medien, die ein Netzwerk voraussetzen, derzeit nur zögerlich durchsetzen können. An der Technischen Fachhochschule Berlin sind im Fachbereich Informatik, in einigen anderen Fachbereichen und im Hochschulrechenzentrum bereits sehr früh Arbeiten im Bereich der Neuen Medien angelaufen. Seit einigen Jahren sind Anschlüsse an externe Netze vorhanden. Beispiele sind das Deutsche Wissenschaftsnetz und die Datex-P- und T-Online- (Datex-J, Bildschirmtext Btx) Netze der Deutschen Telekom. Das Hochschulrechenzentrum und der Fachbereich Informatik stellen die Einbindung der Technischen Fachhochschule Berlin in das Internet sicher. Unter anderem stellt sich die Technische Fachhochschule Berlin mit Hilfe des Internet-Zugangs World-Wide-Web selbst dar (http://www.tfh-berlin.de). Daneben wird der Einsatz der World-Wide-Web-Technik als Hochschulinformationssystem erprobt. Das Hochschulrechenzentrum hat damit begonnen, das bisher verwendete Backbone-Netz als Breitbandvernetzung auszulegen und die Zahl der Anschlüsse an das Netzwerk weiter zu erhöhen.

Die Neuen Medien zeigen an der Technischen Fachhochschule zunehmend Auswirkungen auf das Lehrangebot und beeinflussen die Gestaltung der Lehre sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Ein Lehrangebot, das seit dem Wintersemester 1995/1996 zur Verfügung steht und Neue Medien einbezieht, ist der Studiengang Druck- und Medientechnik, der fachbereichsübergreifend konzipiert worden ist. Im Fachbereich Feinwerktechnik angesiedelt, bindet er die drei Fachbereiche Wirtschaft- und Gesellschaftswissenschaften, Vermessungs- und Kartenwesen sowie Informatik in die Verantwortung für den Studiengang mit ein.

Im Fachbereich Maschinenbau ist in Zusammenarbeit mit einer Firma, die aus Aktivitäten der Technischen Fachhochschule Berlin hervorgegangen ist, unter anderem ein Lehr- und Lernsystem auf CD-ROM entstanden, das auf Grund seiner hervorragenden Konzeption den Deutschen Bildungssoftware-Preis auf der Frankfurter Buchmesse 1995 erhalten hat. Konzipiert war das System für den Bereich numerisch gesteuerter Werkzeugmaschinen. Seine Flexibilität gestattet die Übertragung der Konzepte auf andere Einsatzgebiete, so daß als eine Fortführung der Arbeiten eine multimediale Reparaturanleitung am Beispiel der Kraftfahrzeugtechnik erstellt worden ist. Im Fachbereich Informatik ist eine Arbeitsgruppe aus Studierenden mehrerer Fachbereiche entstanden, die unter anderem anläßlich der Feier "25 Jahre TFH" eine CD-ROM mit einer multimedialen Darstellung der Technischen Fachhochschule Berlin konzipiert und hergestellt hat.

Weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten untersuchen die Möglichkeiten, die die Verwendung Neuer Medien in der Lehre und im Bereich der Fernstudienangebote bietet. Im Fachbereich Informatik wird zusammen mit dem Hochschulrechenzentrum und dem Fernstudieninstitut der Technischen Fachhochschule Berlin an mehreren derartigen Projekten gearbeitet. Eines wird gemeinsam mit den Fachhochschulen in Wildau und Brandenburg durchgeführt und wird im Sommer 1996 den Einsatz von Video-Konferenz-Systemen für verteilte Lehrveranstaltungen untersuchen. In einem anderen ist die Technische Fachhochschule Berlin Partner der Deutschen Telekom bei dem Vorhaben Remote-Learning-System, bei dem mit einer von allen Teilnehmern über ein Rechnernetzwerk erreichbaren zentralen Software-Bibliothek gearbeitet wird. Ein drittes Projekt schließlich befaßt sich mit der Integration von Systemen zur Erkennung gesprochener Sprache.


Aus der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der TFH

Hinweis: Die Technische Fachhochschule Berlin heißt seit dem 01. April 2009 Beuth-Hochschule für Technik Berlin.